Schnellnavigation

Steuerleiste | Navigation | Suche | Inhalt

Suche

Erweiterte Suche Tipps und Tricks zur Suche

Alle Dokumente

Suchmaske und Trefferliste maximieren
 


Hinweis

Dokument

  in html speichern drucken Ansicht maximierenDokumentansicht maximieren
Inhalt
Aktuelle Gesamtausgabe
Änderungshistorie
juris-Abkürzung:BetzDKirSpBerSchulO RP 2011
Ausfertigungsdatum:30.05.2011
Gültig ab:01.08.2010
Gültig bis:31.07.2021
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Rheinland-Pfalz
Fundstelle:GVBl. 2011, 168
Gliederungs-Nr:223-1-28
Berufsfachschulverordnung - Handwerksberufe - Berufsbildende Schulen Betzdorf-Kirchen, Speyer, Kusel
Vom 30. Mai 2011
Gesamtausgabe in der Gültigkeit vom 10.07.2015 bis 31.07.2021
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: geändert durch Verordnung vom 26.06.2015 (GVBl. S. 123)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Aufgrund des § 11 Abs. 3 Satz 10, des § 53 Abs. 1 in Verbindung mit § 45 Abs. 4 Satz 1 Nr. 4 und des § 106 des Schulgesetzes vom 30. März 2004 (GVBl. S. 239), zuletzt geändert durch Artikel 8 des Gesetzes vom 9. Juli 2010 (GVBl. S. 167), BS 223-1, wird im Benehmen mit dem Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung und dem Landeselternbeirat verordnet:

§ 1
Geltungsbereich, Bildungsgänge

(1) Diese Verordnung gilt für die Berufsfachschule mit dem Bildungsgang Maßschneiderin/Maßschneider an den berufsbildenden Schulen in Betzdorf-Kirchen und in Speyer sowie den Bildungsgängen Systemelektronikerin/Systemelektroniker und Feinwerkmechanikerin/Feinwerkmechaniker an der berufsbildenden Schule in Kusel.

(2) Soweit diese Verordnung keine besonderen Bestimmungen enthält, ist die Schulordnung für die öffentlichen berufsbildenden Schulen vom 9. Mai 1990 (GVBl. S. 127; 1991 S. 87, BS 223-1-41) in der jeweils geltenden Fassung anzuwenden.

§ 2
Ziel, Dauer

(1) Die in § 1 Abs. 1 genannten Bildungsgänge der Berufsfachschule führen zu einem Bildungsstand, der dem Abschluss einer Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf des Handwerks entspricht. Die Berufsfachschule veranlasst, dass die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des § 36 Abs. 2 der Handwerksordnung einen Antrag auf Zulassung zur Gesellenprüfung stellen.

(2) Die Bildungsgänge werden in Vollzeitunterricht mit der Dauer von drei Schuljahren geführt. Sie vermitteln im ersten Schuljahr eine berufsfeldbreite Grundbildung. Im zweiten und dritten Schuljahr erfolgt die berufsbezogene Fachbildung.

§ 3
Unterrichtsfächer, Stundenzahl

(1) Der Unterricht umfasst Pflichtunterricht und Wahlpflichtunterricht. Der Pflichtunterricht umfasst in allen Bildungsgängen die Unterrichtsfächer Deutsch/Kommunikation, Religion oder Ethik, Sport, Sozialkunde und Wirtschaftslehre, Fachpraxis sowie das Fach Berufsbezogener Unterricht nach dem Rahmenlehrplan des jeweiligen Ausbildungsberufs. Wahlpflichtunterricht in einem bestimmten Fach muss erteilt werden, sofern dieses Fach als Wahlpflichtfach in der einschlägigen Stundentafel aufgeführt ist, sich mindestens 15 Schülerinnen und Schüler, die organisatorisch in einer Lerngruppe zusammengefasst werden können, dafür gemeldet haben und die personellen Voraussetzungen gegeben sind. Wird ein gewähltes Fach nicht angeboten, so ist ein anderes Fach zu wählen. Schülerinnen und Schüler, die die Hochschulreife oder die Fachhochschulreife nachweisen, nehmen auf Antrag am Unterricht in den Fächern Deutsch/Kommunikation und Sport nicht teil. Am Unterricht in dem Fach Sozialkunde und Wirtschaftslehre nehmen diese Schülerinnen und Schüler nur mit 40 Stunden teil; dafür erhöht sich für sie der Umfang des Wahlpflichtunterrichts auf 320 Unterrichtsstunden.

(2) Die Gesamtstundenzahl beträgt in den Bildungsgängen Systemelektronikerin/Systemelektroniker und Feinwerkmechanikerin/Feinwerkmechaniker mindestens 4.260 Unterrichtsstunden, im Bildungsgang Maßschneiderin/Maßschneider mindestens 3.760 Unterrichtsstunden.

(3) Das Nähere über die Zahl der Unterrichtsstunden je Fach und ihre Zuordnung zu den Kern- und Grundfächern sowie über das Angebot an Wahlpflichtfächern regelt die Rahmenstundentafel.

(4) Unter Anleitung der Berufsfachschule kann innerhalb des jeweiligen Bildungsgangs ein achtwöchiges Praktikum in einem geeigneten Betrieb zur Hälfte in den Schulferien abgeleistet werden. Das Praktikum kann in zwei je vierwöchige Blockpraktika aufgeteilt werden.

§ 4
Aufnahmevoraussetzungen

(1) Aufnahmevoraussetzungen sind

1.

die Qualifikation der Berufsreife oder eine gleichwertige Qualifikation und

2.

die gesundheitliche Eignung für den angestrebten Bildungsgang, die durch eine ärztliche Bescheinigung nachzuweisen ist.

(2) In das zweite Schuljahr eines Bildungsgangs kann aufgenommen werden, wer die Grundstufe der Berufsschule oder die Berufsfachschule I in einem dem jeweiligen Bildungsgang der dreijährigen Berufsfachschule entsprechenden Beruf oder Berufsfeld abgeschlossen hat.

§ 5
Anmeldung zur Gesellenprüfung

(1) Die Schülerinnen und Schüler beantragen auf der Grundlage des § 36 Abs. 2 der Handwerksordnung ihre Zulassung zur Gesellenprüfung. Die Antragstellung zur Zulassung zur Gesellenprüfung wird von der Berufsfachschule nur veranlasst, wenn die Schülerin oder der Schüler mindestens das zweite und dritte Schuljahr des jeweiligen Bildungsgangs besucht und in den Fächern Fachpraxis, Berufsbezogener Unterricht, Sozialkunde und Wirtschaftslehre im Halbjahreszeugnis des dritten Schuljahres jeweils mindestens die Note „ausreichend“ erreicht hat.

(2) Sieht die für den jeweiligen Bildungsgang geltende Ausbildungsverordnung das zeitliche Auseinanderfallen der Prüfung in zwei Teile gemäß § 36a der Handwerksordnung vor, veranlasst die Berufsfachschule abweichend von Absatz 1, dass

1.

die Schülerinnen und Schüler im zweiten Schuljahr den Antrag auf Zulassung zum Teil 1 der Gesellenprüfung stellen und

2.

die Schülerinnen und Schüler, die Teil 1 der Gesellenprüfung abgelegt haben und die Voraussetzungen nach Absatz 1 Satz 2 erfüllen, den Antrag auf Zulassung zu Teil 2 der Gesellenprüfung stellen.


§ 6
Abschlusszeugnis

(1) Ein Abschlusszeugnis der dreijährigen Berufsfachschule erhält, wer das Ziel des jeweiligen Bildungsgangs der dreijährigen Berufsfachschule erreicht hat. In das Abschlusszeugnis werden die Endnoten für die einzelnen Fächer eingetragen.

(2) Das Ziel der dreijährigen Berufsfachschule ist erreicht von Schülerinnen und Schülern, die höchstens in einem Fach die Note „mangelhaft“, in allen anderen Fächern aber mindestens die Note „ausreichend“ erhalten haben. Das Ziel der dreijährigen Berufsfachschule ist auch erreicht von Schülerinnen und Schülern, die höchstens in einem Fach die Note „ungenügend“ oder höchstens in zwei Fächern die Note „mangelhaft“ erhalten haben, sofern jede der unter „ausreichend“ liegenden Noten ausgeglichen ist. Für den Ausgleich gilt § 49 Abs. 3 der Schulordnung für die öffentlichen berufsbildenden Schulen entsprechend mit der Maßgabe, dass die Fächer Berufsbezogener Unterricht und Fachpraxis jeweils wie drei Kernfächer gewichtet werden. Schülerinnen und Schüler, die in den Fächern Berufsbezogener Unterricht und Fachpraxis nicht mindestens die Note „ausreichend“ erhalten haben, haben das Ziel der dreijährigen Berufsfachschule nicht erreicht.

(3) Über das Erreichen des Ziels der dreijährigen Berufsfachschule einer Schülerin oder eines Schülers entscheidet die Klassenkonferenz unter Vorsitz der Klassenleiterin oder des Klassenleiters; § 50 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 4 der Schulordnung für die öffentlichen berufsbildenden Schulen gilt entsprechend.

(4) Die Teilnahme an einem Praktikum nach § 3 Abs. 4 wird im Abschlusszeugnis vermerkt.

§ 7
Abschluss nach dem ersten Schuljahr

(1) Wer im Bildungsgang Systemelektronikerin/Systemelektroniker vom ersten in das zweite Schuljahr versetzt wird, erhält im Versetzungszeugnis folgenden Vermerk:

„Dieses Zeugnis ist dem Abschlusszeugnis der Berufsfachschule I in der Fachrichtung Technik Schwerpunkt Elektrotechnik gleichwertig.“

(2) Wer im Bildungsgang Feinwerkmechanikerin/Feinwerkmechaniker vom ersten in das zweite Schuljahr versetzt wird, erhält im Versetzungszeugnis folgenden Vermerk:

„Dieses Zeugnis ist dem Abschlusszeugnis der Berufsfachschule I in der Fachrichtung Technik Schwerpunkt Metalltechnik gleichwertig.“

(3) Wer im Bildungsgang Maßschneiderin/Maßschneider vom ersten in das zweite Schuljahr versetzt wird, erhält im Versetzungszeugnis folgenden Vermerk:

„Dieses Zeugnis ist dem Abschlusszeugnis der Berufsfachschule I Fachrichtung Hauswirtschaft/Sozialwesen, Ernährung und Gesundheit/Pflege Schwerpunkt Hauswirtschaft/ Sozialwesen gleichwertig.“

§ 8
Erwerb des qualifizierten Sekundarabschlusses I

(1) Das Abschlusszeugnis der Berufsfachschule schließt den qualifizierten Sekundarabschluss I ein, wenn

1.

das Abschlusszeugnis einen Gesamtnotendurchschnitt von mindestens 3,0 aufweist,

2.

ausreichende Fremdsprachenkenntnisse, die einem mindestens fünfjährigen Fremdsprachenunterricht entsprechen, nachgewiesen werden und

3.

die Gesellenprüfung mit Erfolg abgelegt wurde.

(2) Der Gesamtnotendurchschnitt nach Absatz 1 Nr. 1 wird als arithmetisches Mittel der Noten aller Pflichtfächer und Wahlpflichtfächer des Abschlusszeugnisses auf eine Stelle hinter dem Komma berechnet; es wird nicht gerundet. Soweit für das Fach Berufsbezogener Unterricht nur eine Gesamtnote festgelegt wurde, wird diese sechsfach gewertet. Für die Ermittlung des Gesamtnotendurchschnitts werden die Noten „sehr gut“ mit 1,0, „gut“ mit 2,0, „befriedigend“ mit 3,0, „ausreichend“ mit 4,0, „mangelhaft“ mit 5,0 und „ungenügend“ mit 6,0 eingebracht.

(3) Der Nachweis nach Absatz 1 Nr. 2 gilt als erbracht durch

1.

das Jahreszeugnis der Klassenstufe 9 einer Hauptschule, Realschule, Realschule plus, Integrierten Gesamtschule oder einer Förderschule, die in der Regel mindestens zur Qualifikation der Berufsreife führt, eines Gymnasiums oder einer vergleichbaren Schule, sofern das Jahreszeugnis mindestens die Note „ausreichend“ in einer Fremdsprache als Pflicht- oder Wahlpflichtfach enthält,

2.

das Jahreszeugnis einer Schulform der berufsbildenden Schule in Vollzeitunterricht, die auf der Qualifikation der Berufsreife aufbaut, sofern das Jahreszeugnis mindestens die Note „ausreichend“ in einer Fremdsprache als Pflicht- oder Wahlpflichtfach enthält,

3.

das Abschlusszeugnis der Berufsschule, sofern das Abschlusszeugnis mindestens die Note „ausreichend“ in einer Fremdsprache als Pflicht- oder Wahlpflichtfach enthält,

4.

das Fremdsprachenzertifikat des deutschen Volkshochschulverbandes (VHS-Zertifikat),

5.

das Zeugnis einer Industrie- und Handelskammer oder einer Handwerkskammer über die Zusatzqualifikation Fremdsprachen oder das Fremdsprachenzertifikat der Stufe I/A 2 gemäß der Rahmenvereinbarung über die Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen in der beruflichen Bildung - Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20. November 1998 - in der jeweils geltenden Fassung oder

6.

das Zertifikat einer anerkannten Volkshochschule oder Landesorganisation gemäß § 28 des Weiterbildungsgesetzes vom 17. November 1995 (GVBl. S. 454, BS 223-60) in der jeweils geltenden Fassung.

(4) Berufsfachschulabsolventinnen und Berufsfachschulabsolventen, die ausreichende Fremdsprachenkenntnisse nicht nach Absatz 3 nachweisen können, erbringen den Nachweis nach Absatz 1 Nr. 2, wenn sie am Wahlpflichtunterricht in einer Fremdsprache teilgenommen und mindestens die Note „ausreichend“ erhalten haben.

(5) Fremdsprache im Sinne der Absätze 3 und 4 ist bei Berufsfachschulabsolventinnen und Berufsfachschulabsolventen mit fremder Muttersprache auch diese Sprache.

(6) Sofern die Voraussetzungen nach Absatz 1 vorliegen, erhält das Abschlusszeugnis folgenden Vermerk:

„Dieses Zeugnis schließt den qualifizierten Sekundarabschluss I ein. Es wird gemäß Rahmenvereinbarung über die Berufsfachschulen - Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 28. Februar 1997 in der jeweils geltenden Fassung - in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland als Mittlerer Schulabschluss anerkannt.“

(7) Berufsfachschulabsolventinnen und Berufsfachschulabsolventen, die bereits ein Abschlusszeugnis ohne den Vermerk nach Absatz 6 erhalten haben, stellt die Berufsfachschule auf Antrag bei Vorliegen der Voraussetzungen nach Absatz 1 eine entsprechende Bescheinigung über den Erwerb des qualifizierten Sekundarabschlusses I aus. Der Antrag muss innerhalb eines Jahres seit der Ausstellung des Abschlusszeugnisses bei der Berufsfachschule eingegangen sein. Das fachlich zuständige Ministerium kann ausnahmsweise auch nach Ablauf der in Satz 2 genannten Frist eine Bescheinigung erteilen, wenn der Antragstellerin oder dem Antragsteller das Fristversäumnis nicht zugerechnet werden kann.

§ 9
Erwerb der Fachhochschulreife

Schülerinnen und Schüler der dreijährigen Bildungsgänge der Berufsfachschule mit qualifiziertem Sekundarabschluss I können die Fachhochschulreife erwerben. Das Nähere regelt die Landesverordnung über die duale Berufsoberschule und den Fachhochschulreifeunterricht vom 26. Januar 2005 (GVBl. S. 44, BS 223-1-33) in der jeweils geltenden Fassung.

§ 10
Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. August 2010 in Kraft. Sie tritt - vorbehaltlich der Regelung in Absatz 3 -mit Ablauf des 31. Juli 2021 außer Kraft.

(2) Für Schülerinnen und Schüler, die sich bei Inkrafttreten dieser Verordnung im zweiten oder dritten Schuljahr befinden, gelten die bisherigen Bestimmungen weiter. Diese Klassen können jedoch auch nach den Bestimmungen dieser Verordnung und den gemäß § 3 Abs. 3 festgelegten Stundentafeln weitergeführt werden, wenn sich alle Schülerinnen und Schüler der Klasse hiermit einverstanden erklärt haben.

(3) Bildungsgänge, die vor dem Außerkrafttreten dieser Verordnung bereits begonnen haben, werden nach den Bestimmungen dieser Verordnung bis zu deren Abschluss weitergeführt.

Mainz, den 30. Mai 2011
Die Ministerin für Bildung, Wissenschaft,
Weiterbildung und Kultur
Ahnen