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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur
Aktenzeichen:9216 -Tgb.-Nr. 863/12
Erlassdatum:21.10.2013
Fassung vom:21.10.2013
Gültig ab:01.05.2013
Gültig bis:31.12.2023
Quelle:juris Logo
Gliederungs-Nr:223511
Fundstellen:Amtsbl. 2013, 328, GAmtsbl. 2018, 425
Pädagogische Ausbildung für das Lehramt der Lehrerin oder des Lehrers für Fachpraxis und der Fachlehrerin oder des Fachlehrers an berufsbildenden Schulen

223511



Pädagogische Ausbildung
für das Lehramt der Lehrerin oder des Lehrers für Fachpraxis
und der Fachlehrerin oder des Fachlehrers an berufsbildenden Schulen



Verwaltungsvorschrift
des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur
vom 21. Oktober 2013 (9216 – Tgb.-Nr. 863/ 12)





Fundstelle: Amtsbl. 2013, S. 328





Bezug:

1.

Landesverordnung über die pädagogische Ausbildung und Prüfung für das Lehramt der Lehrerin oder des Lehrers für Fachpraxis und der Fachlehrerin oder des Fachlehrers an berufsbildenden Schulen vom 16. September 2013 (GVBl. S. 372, BS 223-1-55)


2.

Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung und Kultur vom 30. März 1994 (953-51 500-3/60) – GAmtsbl. S. 247; Amtsbl. 2009 S. 458 -, geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 4. Januar 2001 (15421 C - Tgb.-Nr. 2571/00) – GAmtsbl. S. 345 –





1


Die nachfolgenden Bestimmungen regeln die Durchführung der pädagogischen Ausbildung nach der Landesverordnung über die pädagogische Ausbildung und Prüfung für das Lehramt der Lehrerin oder des Lehrers für Fachpraxis und der Fachlehrerin oder des Fachlehrers an berufsbildenden Schulen vom 16. September 2013 (GVBl. S. 372, BS 223-1-55) in der jeweils geltenden Fassung und Einzelheiten zum Beschäftigtenverhältnis.


 
2


Die fachlichen Einstellungsvoraussetzungen sind erfüllt, wenn die Zugangsvoraussetzungen nach § 2 der Landesverordnung nachgewiesen sind.




3


3.1
Der Antrag auf Einstellung ist bei der Schulbehörde einzureichen.


3.2
Dem Antrag sind beizufügen:


3.2.1
ein unterschriebener Lebenslauf,


3.2.2
die Zeugnisse oder Bescheinigungen zum Nachweis der in Nummer 2 geforderten Abschlüsse,


3.2.3
sonstige Zeugnisse, die über den Bildungsweg Aufschluss geben, insbesondere Zeugnisse über praktische Tätigkeiten,


3.2.4
eine Erklärung, dass bisher in keinem Bundesland eine Einstellung in die pädagogische Ausbildung erfolgte, oder die Angabe, wann und wo dies geschehen ist.


3.3
 Die Schulbehörde kann weitere Auskünfte und Unterlagen anfordern.




4


4.1
Die Einstellung erfolgt in der Regel zum 1. Mai oder zum 1. November.


4.2
Über den Antrag auf Einstellung und die Zuweisung zum Studienseminar entscheidet die Schulbehörde. Die Zuweisung erfolgt im Einvernehmen mit dem fachlich zuständigen Ministerium - Landesprüfungsamt für die Lehrämter an Schulen (Landesprüfungsamt).


4.3
Die Schulbehörde bestimmt im Benehmen mit der Seminarleiterin oder dem Seminarleiter das jeweilige Ausbildungsfach.


4.4
Die Schulbehörde weist die Lehrkraft im Benehmen mit der Seminarleiterin oder dem Seminarleiter einer berufsbildenden Schule zur Ausbildung zu.




5


5.1
Die Ausbildung erfolgt in einem befristeten Beschäftigtenverhältnis.


5.2
Ende des Beschäftigtenverhältnisses


5.2.1
Das Beschäftigtenverhältnis endet mit Ablauf der pädagogischen Ausbildung, auch wenn die Prüfung vor diesem Zeitpunkt abgelegt und bestanden wurde. Wenn die Prüfung zum zweiten Mal nicht bestanden ist, endet das Beschäftigtenverhältnis mit dem Ablauf des Tages, an dem das Prüfungsergebnis bekannt gegeben wird.


5.2.2
Wird die Überprüfung nach § 4 der Landesverordnung ein zweites Mal nicht bestanden, endet das Beschäftigtenverhältnis mit dem Ablauf des Tages, an dem das Ergebnis der Überprüfung bekannt gegeben wird.


5.2.3
Über Ausnahmen, wie z. B. wenn eine Verlängerung wegen Nichtzulassung zur Prüfung erfolgen soll, entscheidet das fachlich zuständige Ministerium.


5.2.4
Das mit der Lehrkraft bestehende Beschäftigtenverhältnis kann gekündigt werden


1.
während der Probezeit,


2.
nach Ablauf der Probezeit aus in der Person oder dem Verhalten der Lehrkraft liegenden Gründen, insbesondere wenn sie durch ihre Führung zu erheblichen Beanstandungen Anlass gibt, den schulischen Anforderungen nicht genügt, in ihrer Ausbildung nicht hinreichend fortschreitet oder die pädagogische Ausbildung oder das Prüfungsverfahren nicht innerhalb angemessener Frist beenden kann.


5.2.5
Im gegenseitigen Einvernehmen kann das Beschäftigtenverhältnis jederzeit aufgehoben werden.




6


6.1
Die Ausbildung umfasst insgesamt


-
für das Lehramt der Lehrerin oder des Lehrers für Fachpraxis 20 Ausbildungseinheiten des Berufspraktischen Seminars, 25 Ausbildungseinheiten des Fachdidaktischen Seminars und acht Ausbildungseinheiten für lehramtsspezifische Besonderheiten,


-
für das Lehramt der Fachlehrerin oder des Fachlehrers an berufsbildenden Schulen 25 Ausbildungseinheiten des Berufspraktischen Seminars, 20 Ausbildungseinheiten des Fachdidaktischen Seminars und 16 Ausbildungseinheiten für lehramtsspezifische Besonderheiten.


Diese Veranstaltungen können durch weitere (z.B. freiwillige Arbeitsgemeinschaften) ergänzt werden.


6.2
Im Berufspraktischen Seminar werden Fragen der Bildungswissenschaften in der praktischen Umsetzung sowie Inhalte des Schulrechts und des Beamtenrechts im Zusammenhang mit den praktischen Erfahrungen der Lehrkräfte behandelt.


6.3
In den Fachdidaktischen Seminaren werden didaktische und methodische Fragestellungen sowie ausgewählte Inhalte des Unterrichts im Zusammenhang mit den praktischen Erfahrungen der Lehrkräfte behandelt. Die Lehrkräfte nehmen an den Fachdidaktischen Seminaren ihres Ausbildungsfaches teil. Der Bezug zur Unterrichtspraxis wird insbesondere durch die Unterrichtsmitschau hergestellt.




7


7.1
Die Leiterin oder der Leiter der Ausbildungsschule regelt im Einvernehmen mit der Seminarleiterin oder dem Seminarleiter die Ausbildung an der Ausbildungsschule und überwacht sie. Sie oder er schlägt im Einvernehmen mit der Seminarleiterin oder dem Seminarleiter der Schulbehörde eine Mentorin oder einen Mentor vor. Die Mentorin oder der Mentor wird von der Schulbehörde bestellt. Der Mentorin oder dem Mentor obliegt die Beratung zu Fragen der Schul- und Unterrichtspraxis.


7.2
Die Leiterin oder der Leiter der Ausbildungsschule beauftragt im Einvernehmen mit der Seminarleiterin oder dem Seminarleiter die Lehrkraft mit der selbstständigen Erteilung von Unterricht; vor Ablauf von drei Monaten nach Beginn der Ausbildung ist die Beauftragung in der Regel nicht zulässig. Bei Schulveranstaltungen außerhalb des Schulgebäudes (z.B. Schulwanderungen, Studienfahrten, Schullandheimaufenthalte) darf der Lehrkraft vor Ablauf des ersten Ausbildungsjahres nicht die Verantwortung für eine Klasse übertragen werden.


7.3
Der Ausbildungsunterricht umfasst insgesamt höchstens 20 Wochenstunden. Neben dem selbstständig zu erteilenden Unterricht kann die Lehrkraft mit der ganzen oder teilweisen Übernahme einzelner Unterrichtsstunden betraut werden. Insgesamt darf der selbstständig zu erteilende Unterricht zwölf Wochenstunden nicht überschreiten.


7.4
Seminarleiterin oder Seminarleiter, Fachleiterin oder Fachleiter, Leiterin oder Leiter der Ausbildungsschule und Mentorin oder Mentor informieren sich durch Unterrichtsmitschauen über den Ausbildungsstand und beraten die Lehrkraft.




8


8.1
Die Lehrkraft führt einen Entwicklungsbericht zur kontinuierlichen Reflexion der individuellen Entwicklung in der pädagogischen Ausbildung.


8.2
Unterrichtsbesuche


8.2.1
Die Fachleiterinnen oder Fachleiter führen bei jeder Lehrkraft mindestens drei Unterrichtsbesuche zur Begutachtung durch, davon mindestens einen unter Teilnahme der Seminarleiterin oder des Seminarleiters.


8.2.2
Für die Durchführung der Unterrichtsbesuche gilt:


8.2.2.1
Die Unterrichtsbesuche finden in der Regel an der Ausbildungsschule in  unterschiedlichen Schulformen statt.


8.2.2.2
Die Themen der Unterrichtsbesuche werden von der Lehrkraft im Einvernehmen mit der jeweiligen Fachleiterin oder dem jeweiligen Fachleiter, der Mentorin oder dem Mentor und, sofern es kein von der Lehrkraft eigenverantwortlich erteilter Unterricht ist, der Fachlehrerin oder dem Fachlehrer der Klasse oder Lerngruppe, in der der Unterrichtsbesuch stattfinden soll, ausgewählt. Kommt ein Einvernehmen nicht zustande, bestimmt die Seminarleiterin oder der Seminarleiter das Thema.


8.2.2.3
Die Lehrkraft hat für jeden Unterrichtsbesuch einen schriftlichen Entwurf vorzulegen.


8.2.2.4
An den Unterrichtsbesuchen nehmen die Fachleiterin oder der Fachleiter, die Mentorin oder der Mentor und die Fachlehrerin oder der Fachlehrer, sofern es kein von der Lehrkraft eigenverantwortlich erteilter Unterricht ist, teil; die anderen an der jeweiligen Ausbildung Beteiligten können daran teilnehmen. Andere Lehrkräfte, insbesondere diejenigen, die die Lehrbefähigung in dem betreffenden Fach erwerben wollen, sollen bei den Unterrichtsbesuchen und Besprechungen anwesend sein, soweit keine wichtigen Gründe entgegenstehen.


8.2.2.5
Die Unterrichtsbesuche sind mit der Lehrkraft zu besprechen.


8.2.2.6
Über die Besprechung fertigt die Fachleiterin oder der Fachleiter eine Niederschrift an, die zusammen mit dem Entwurf gemäß Nummer 8.2.2.3 zu den Ausbildungsakten genommen wird.


8.3
Beratung


8.3.1
Gegen Ende der ersten sechs Monate und gegen Ende des ersten Ausbil-dungsjahres führt jede Fachleiterin sowie jeder Fachleiter mit der Lehrkraft ein ausführliches Gespräch mit beratendem Charakter, das über den Ausbildungsstand Auskunft gibt; die Seminarleiterin oder der Seminarleiter oder andere an der Ausbildung Beteiligte können teilnehmen. Über die Beratungsgespräche sind Niederschriften anzufertigen, die zu den Ausbildungsakten genommen werden.


8.3.2
Am Ende des ersten Ausbildungsjahres führt die Leiterin oder der Leiter der Ausbildungsschule oder die mit der Ausbildung beauftragte Person mit der Lehrkraft ein Beratungsgespräch.


8.3.3
Die Gespräche gemäß den Nummern 8.3.1 und 8.3.2 können zusammengefasst werden.


8.4
Die Niederschriften sind der Lehrkraft bekannt zu geben.


 
9


Die Ausbildung der Lehrkräfte, die bei Inkrafttreten dieser Verwaltungsvorschrift bereits eingestellt sind, richtet sich nach den bisherigen Bestimmungen.




10


Diese Verwaltungsvorschrift tritt mit Wirkung vom 1. Mai 2013 in Kraft. Gleichzeitig tritt, vorbehaltlich der Regelung in Nummer 9, die im Bezug genannte Verwaltungsvorschrift außer Kraft.