Schnellnavigation

Steuerleiste | Navigation | Suche | Inhalt

Suche

Erweiterte Suche Tipps und Tricks zur Suche

Alle Dokumente

Suchmaske und Trefferliste maximieren
 


Hinweis

Dokument

  in html speichern drucken Ansicht maximierenDokumentansicht maximieren
Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur
Erlassdatum:16.06.2010
Fassung vom:22.07.2018
Gültig ab:25.08.2018
Gültig bis:31.12.2025
Quelle:juris Logo
Gliederungs-Nr:223113
Durchführung der Landesverordnung über die gymnasiale Oberstufe (Mainzer Studienstufe) - Anlage 1: Latinum, Großes Latinum und Gracum

Zum Hauptdokument : Durchführung der Landesverordnung über die gymnasiale Oberstufe (Mainzer Studienstufe)





Anlage 1

(zu Nummer 6.1.3)



Latinum/Großes Latinum und Graecum



1.
 
1.1


Dauer des Unterrichts

Latein

Griechisch

1.1.1

Von Jahrgangsstufe 5 oder 6 bis mindestens 10 einschließlich

Latinum

–––

1.1.2

Von Jahrgangsstufe 5 oder 6 bis 13 einschließlich

Großes
Latinum

–––

1.1.3

Von Jahrgangsstufe 8 oder 9 bis 13 einschließlich

Latinum

Graecum

1.1.4

Von Jahrgangsstufe 9 bis 13 einschließlich und Prüfung gemäß Nummer 3

Großes
Latinum

–––

1.1.5

Von Jahrgangsstufe 11 bis 13 einschließlich (fünfstündiger Grundkurs) und Prüfung (mündliches Abiturprüfungsfach oder gemäß Nummer 3)

Latinum

–––

1.1.6

Griechischunterricht an nicht-altsprachlichen Gymnasien von Jahrgangsstufe 11 bis 13 einschließlich und Prüfung (mündliches Abiturprüfungsfach oder gemäß Nummer 3)

–––

Graecum



 
1.2


Dauer des Unterrichts

Latein

Griechisch

1.2.1

Von Jahrgangsstufe 5 (im altsprachlichen Bildungsgang) bis mindestens 9 einschließlich

Latinum

–––

1.2.2

Von Jahrgangsstufe 6 bis mindestens 10 einschließlich

Latinum

–––

1.2.3

Von Jahrgangsstufe 5 oder 6 bis 12 einschließlich

Großes
Latinum

–––

1.2.4

Von Jahrgangsstufe 8 bis 12 einschließlich

Latinum

Graecum

1.2.5

Von Jahrgangsstufe 8 bis 12 einschließlich und Prüfung gemäß Nummer 3

Großes
Latinum

–––

1.2.6

Von Jahrgangsstufe 10 bis 12 einschließlich (vierstündiger Grundkurs) und Prüfung (mündliches Abiturprüfungsfach oder gemäß Nummer 3)

Latinum

–––

1.2.7

Griechischunterricht an nicht-altsprachlichen Gymnasien von Jahrgangsstufe 10 bis 12 einschließlich und Prüfung (mündliches Abiturprüfungsfach oder gemäß Nummer 3)

–––

Graecum



 
2.


2.1
Die für die Zuerkennung des „Latinum/Großen Latinum/Graecum" notwendigen Kenntnisse sind nachgewiesen, wenn die Endnote des Jahres oder, falls eine solche nicht ausgewiesen wird, die Halbjahresnote des unter Nummer 1 genannten Lateinunterrichts/Griechischunterrichts bzw. das Ergebnis der gesonderten Prüfung (vgl. Nummer 3) mindestens „ausreichend" (5 Punkte) ist. Wer im Falle der Nummer 1.1.1 bzw. 1.2.1 oder 1.2.2 weniger als „ausreichend“ (5 Punkte) erreicht, kann das „Latinum“ durch mindestens „ausreichend“ (5 Punkte) in einer höheren Jahrgangsstufe (Halbjahresnote eines späteren Halbjahres) erwerben.


2.2
Falls Latein/Griechisch Abiturprüfungsfach ist (Nummern 1.1.2 und 1.1.3 oder 1.2.3 und 1.2.4), gilt als Endnote nach Wahl der Schülerin oder des Schülers entweder die Punktzahl für die Leistungen des Prüfungshalbjahres oder die in der Abiturprüfung erreichte Punktzahl.


2.3
Ein am Ende einer Klassen- bzw. Jahrgangsstufe oder in der Abiturprüfung erworbenes „Latinum/Großes Latinum/Graecum“ wird von einer Weiterführung des Lateinunterrichtes oder einer Wiederholung der Stufe oder der Abiturprüfung oder einer Prüfung gemäß Nummer 3.1.1 Satz 2 nicht berührt.


3.


3.1


3.1.1
Wer im Grundfach Lateinunterricht ab dem Beginn der Oberstufe erhält (vgl. Nummer 1.1.5 oder 1.2.6), kann, sofern Latein nicht mündliches Prüfungsfach ist, das „Latinum“ durch eine gesonderte Prüfung im Zusammenhang mit der Abiturprüfung erwerben. Eine gesonderte Prüfung ist auch von den Schülerinnen und Schülern abzulegen, die das „Große Latinum“ gemäß Nummer 1.1.4 oder 1.2.5 erwerben wollen.


3.1.2
Wer an einem nicht-altsprachlichen Gymnasium Griechischunterricht ab Beginn der Oberstufe erhält (vgl. Nummer 1.1.6 oder 1.2.7), kann, sofern Griechisch nicht viertes Prüfungsfach ist, das „Graecum“ durch eine gesonderte Prüfung im Zusammenhang mit der Abiturprüfung erwerben.


3.2
Die gesonderte Prüfung findet in der Regel nach der schriftlichen Abiturprüfung an der von der Schülerin oder dem Schüler besuchten Schule statt. Sie muss vor Ausgabe des Abiturzeugnisses abgeschlossen sein.


3.3


3.3.1
Die Prüfung wird vor einem Prüfungsausschuss abgelegt, der aus drei Mitgliedern besteht, von denen jeweils eines die Fachprüfung, die Schriftführung und den Vorsitz übernimmt. Den Vorsitz hat die Leiterin oder der Leiter der Schule oder eine vom fachlich zuständigen Ministerium beauftragte Person.


3.3.2
Die Meldung zur Prüfung ist an die Schulleiterin oder den Schulleiter zu richten.


3.3.3
Verlauf der Prüfung
-
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und aus einem mündlichen Teil.
-
In der schriftlichen Prüfung sind die in Nummer 4 genannten Anforderungen an einem unbekannten lateinischen Text im Umfang von etwa 180 Wörtern bzw. an einem unbekannten griechischen Text im Umfang von etwa 195 Wörtern zu erfüllen. Alternativ können diese Anforderungen durch die erfolgreiche Bearbeitung eines lateinischen Textes im Umfang von etwa 150 Wörtern bzw. eines griechischen Textes im Umfang von etwa 165 Wörtern und von Zusatzaufgaben aus den Bereichen Grammatik, Stilistik und Textverständnis (einschließlich historischer und geistesgeschichtlicher Bezüge) erfüllt werden.
-
Die Arbeitszeit beträgt 180 Minuten.
-
Wird die schriftliche Prüfung mit der Note „ungenügend" abgeschlossen, wird die Schülerin oder der Schüler zur mündlichen Prüfung nicht zugelassen; die Prüfung ist nicht bestanden.
-
Grundlage der mündlichen Prüfung ist ein lateinischer Text im Umfang von etwa 50 Wörtern bzw. ein griechischer Text im Umfang von etwa 60 Wörtern, dessen Schwierigkeitsgrad den unter Nummer 4 genannten Anforderungen entsprechen soll; eine Einführung in den Kontext ist möglich. An die Übersetzung soll sich ein Prüfungsgespräch anschließen, das dem Nachweis eines vertieften Verständnisses der vorgelegten Textstelle und erforderlichenfalls dem Nachweis hinreichender Kenntnisse in der Elementargrammatik dient.
-
Die mündliche Prüfung dauert in der Regel 20 Minuten, die Vorbereitungszeit etwa 30 Minuten.
-
Die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Prüfung werden bei der Bildung der Gesamtnote im Verhältnis 1 : 1 gewertet; die Prüfung ist bestanden, wenn mindestens die Gesamtnote „ausreichend" (5 Punkte) erzielt wurde.
-
Für die bestandene Prüfung wird ein Zeugnis ausgestellt. Dieses ist von dem vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen und mit dem Dienstsiegel zu versehen.


4.
Das „Latinum" oder das „Graecum" setzt die Fähigkeit voraus, lateinische oder griechische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Stellen (im Lateinischen bezogen auf Bereiche der politischen Rede, der Philosophie und der Historiografie, im Griechischen bezogen auf anspruchsvollere Platon-Stellen) in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen. Dieses Verständnis ist durch eine sachlich richtige Übersetzung in angemessenem Deutsch, ggf. zusätzlich durch eine vertiefende Interpretation nachzuweisen. Hierzu werden Sicherheit in der für die Texterschließung notwendigen Formenlehre und Syntax, ein ausreichender Wortschatz und die erforderlichen Kenntnisse aus dem Bereich der römischen bzw. der griechischen Politik, Geschichte, Philosophie und Literatur vorausgesetzt.


5.
Das „Latinum / Große Latinum / Graecum“ wird ausgewiesen
-
durch entsprechenden Vermerk auf dem Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife
-
durch separates Zeugnis über die bestandene gesonderte Prüfung (vgl. Nummer 3.3.3)
-
im Fall einer Beendigung des Schulbesuchs ohne das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife durch eine Bescheinigung, die zusammen mit dem Abgangszeugnis ausgehändigt wird.
Bei nicht ausreichender Endnote, d. h. weniger als 5 Punkten, oder bei Nichtteilnahme an der gesonderten Prüfung kann die Schülerin oder der Schüler eine Bescheinigung über die Teilnahme am Latein- bzw. am Griechischunterricht erhalten.


6.


6.1
Wer im neunjährigen Bildungsgang von Jahrgangsstufe 5 bis zum 1. Halbjahr der Jahrgangsstufe 10 einschließlich am Lateinunterricht teilgenommen hat und danach einen Auslandsaufenthalt antritt, bekommt, wenn die Endnote des Halbjahres 10/1 mindestens „befriedigend“ ist, das „Latinum“ zuerkannt.


6.2
Wer die zeitlichen Voraussetzungen für die Zuerkennung eines „Latinums/Großen Latinums/Graecums“ nach Nummer 1 erst nach Rückkehr aus dem Ausland erfüllt, muss für die Zuerkennung den Latein- bzw. Griechischunterricht im Ausland fortführen. Dies kann geschehen
-
durch Teilnahme an einem regulären Fachunterricht an der Schule im Ausland
-
durch Organisation eines außerschulischen Fachunterrichts im Ausland
-
durch Vereinbarung eines Arbeits- und Leistungspensums mit der beurlaubenden Schule, dessen Einhaltung durch eine Fachlehrkraft der beurlaubenden Schule mittels brieflicher oder elektronischer Korrespondenz überprüft wird.


6.3
Wenn unter Anrechnung des Unterrichts im Ausland nach Nummer 6.2 die zeitlichen Voraussetzungen für die Zuerkennung des „Latinums“ erfüllt sind, wird nach der Rückkehr der Schülerin oder des Schülers der Leistungsstand mit Blick auf die Anforderungen nach Nummer 4 durch eine schriftliche Feststellungsprüfung an der wieder aufnehmenden Schule ermittelt. Die Gestaltung dieser Prüfung orientiert sich an einer Kursarbeit der betreffenden Jahrgangsstufe; sie wird bei Bedarf durch ein Kolloquium im Umfang von 45 Minuten ergänzt. Bei Bestehen dieser Prüfung mit mindestens „ausreichend“ (5 Punkte) wird das „Latinum“ zuerkannt.


6.4
Die Feststellungsprüfung entfällt, wenn ein regulärer Fachunterricht an der Schule im Ausland qualifizierbar dokumentiert ist und der Leistungsstand der Schülerin oder des Schülers mindestens „ausreichend“ (5 Punkte) entspricht. Die Prüfung entfällt ebenfalls, wenn der Latein- bzw. Griechischunterricht, der während des Auslandsaufenthalts nach den Maßgaben von Nummer 6.2 nachweislich stattgefunden hat, an der aufnehmenden Schule fortgesetzt wird.


6.5
Die Schule, die die Beurlaubung für einen Auslandsaufenthalt ausspricht, ist verpflichtet, die Schülerin oder den Schüler und die Erziehungsberechtigten über die Maßgaben und über das Verfahren mit Blick auf das „Latinum/Große Latinum/Graecum“ zu informieren. Falls die Organisation eines Fachunterrichts im Ausland nicht möglich ist, ist die Schule verpflichtet, das in Nummer 6.2 beschriebene Verfahren zu organisieren.