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juris-Abkürzung:ErosionSchV RP
Fassung vom:28.02.2016
Gültig ab:01.01.2015
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Rheinland-Pfalz
Gliederungs-Nr:7847-30
Landesverordnung
über die Einteilung landwirtschaftlicher Flächen
nach dem Grad der Erosionsgefährdung
Vom 14. März 2011

Anlage 1

(zu § 2 Abs. 1 Satz 2 )

Methodik zur Einteilung landwirtschaftlicher Flächen nach dem Grad der Erosionsgefährdung durch Wasser nach § 6 Abs. 1 AgrarZahlVerpflV in Rheinland-Pfalz

Nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 des Agrarzahlungen-Verpflichtungengesetzes vom 2. Dezember 2014 (BGBl. I S. 1928) in der jeweils geltenden Fassung hat ein Betriebsinhaber, der Direktzahlungen oder sonstige Stützungszahlungen beantragt, für die Dauer des Bezuges der Direktzahlungen oder der sonstigen Stützungszahlungen durch geeignete Maßnahmen den Schutz des Bodens vor Erosion zu gewährleisten. Der Schutz des Bodens vor Erosion ist ab dem 1. Januar 2015 durch die in § 6 Abs. 2 und 3 AgrarZahlVerpflV genannten Maßnahmen sicherzustellen.

Zur Umsetzung des § 6 Abs. 1 AgrarZahlVerpflV wird nachfolgend die Methodik zur Einteilung landwirtschaftlicher Flächen nach dem Grad der Erosionsgefährdung durch Wasser dargestellt. Die Einstufung der Erosionsgefährdung der landwirtschaftlichen Flächen wird in Rheinland-Pfalz auf Flurstücksebene vorgenommen.

Bestimmung der potenziellen Erosionsgefährdung durch Wasser

Die Bestimmung der potenziellen Erosionsgefährdung durch Wasser erfolgt durch die Verknüpfung von

1.

Bodenerodierbarkeit (unter Heranziehung des Bodenerodierbarkeitsfaktors K als Kenngröße für die Erosionsanfälligkeit eines Oberbodens),

2.

Hangneigung bzw. Relief (unter Heranziehung des Hangneigungsfaktors S ) sowie

3.

Regenerosivität (unter Heranziehung des Regenerosivitätsfaktors R ).

Die Bestimmung der potenziellen (standortbedingten) Erosionsgefährdung durch Wasser (Epot = KSR ) erfolgt in Anlehnung an DIN 19708 (2005). Die Berechnung erfolgt für Rheinland-Pfalz in einem Raster mit der Größe 20 Meter mal 20 Meter.

1

Ermittlung von K -, S - und R -Faktoren

1.1

Ermittlung des Bodenerodierbarkeitsfaktors K (K-Faktor)

Die Bodenerodibilität wird aus dem Klassenzeichen der Bodenschätzung (Folie 042 der Automatisierten Liegenschaftskarte, Kartierungsmaßstab zwischen 1 : 500 und 1 : 5000) für Acker- und Grünlandflächen abgeleitet, indem jeder Bodenklasse ein K -Faktor zugeordnet wird. Die Erosionsanfälligkeit der Oberböden steigt mit steigendem K -Faktor, der zwischen 0,10 (Beispiel: Sandboden oder steinreicher Boden) und 0,55 (schluffreicher Lößboden) schwankt. Die detaillierte Methodik inklusive Zuordnungstabellen wird auf der Homepage des Landesamtes für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz dokumentiert (http://www.lgb-rlp.de/m81.html).

Landwirtschaftliche Flächen, für die (bisher noch) keine digitalen Bodenschätzungsdaten vorliegen und Flächen an Nutzungsgrenzen, bei denen durch die Bearbeitung im Raster Lücken auftreten können, werden mit einem räumlichen Prognoseansatz bearbeitet. Kleinere Lücken mit einer maximalen Entfernung von 20 Metern zu kartierten Schätzungsflächen (z. B. Lücken an Nutzungsgrenzen, Flächen in Ortslagen oder Wege) werden mittels nachbarschaftsanalytischer Verfahren geschlossen. Größere Flächen ohne digitale Bodenschätzungsdaten - z. B. Gemarkungen, die in Flurbereinigungsverfahren befindlich sind - werden mittels raum-statischer Data-Mining Verfahren prognostiziert (BEHRENS & STEINRÜCKEN 2008). Im Rahmen der jährlichen Aktualisierung des Folie 042-Datenbestandes beim Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz werden künftig einmal jährlich in den aktualisierten Gemarkungen die prognostizierten K -Faktoren durch die aus der Folie 042 abgeleiteten K -Faktoren ersetzt.

1.2

Ermittlung des Hangneigungsfaktors S (S-Faktor)

Die Grundlage der Berechnungen ist die Digitale Geomorphografische Karte für Rheinland-Pfalz (BEHRENS & SCHÖLTEN 2002), mit der das im 20-Meter-Raster vorliegende Digitale Höhenmodell korrigiert wurde. Gemäß DIN 19708 (2005) wird jeder Hangneigung über die Formel

S = -1.5 + {17/(1 + e 2,3-6,1sinα )}

ein S -Faktor zugeordnet. Mit zunehmender Hangneigung steigt der S -Faktor.

Tabelle:

S -Faktoren in Abhängigkeit von der Hangneigung

 

Neigung in %

Neigung in Grad

S -Faktor

1

0,5

0,1

2

1,1

0,2

3

1,7

0,3

4

2,3

0,4

5

2,9

0,5

6

3,4

0,6

7

4,0

0,8

8

4,6

0,9

9

5,1

1,0

10

5,7

1,1

11

6,3

1,3

12

6,8

1,4

13

7,4

1,6

14

8,0

1,7

15

8,5

1,9

16

9,1

2,0

17

9,6

2,2

18

10,2

2,4

19

10,8

2,6

20

11,3

2,7

21

11,9

2,9

22

12,4

3,1

23

13,0

3,3

24

13,5

3,5

25

14,0

3,7

26

14,6

3,9

27

15,1

4,1

28

15,6

4,3

29

16,2

4,5

30

16,7

4,7

40

21,8

6,9

50

26,5

8,8

1.3

Ermittlung des Regenerosivitätsfaktors R ( R -Faktor)

Der Regenerosivitätsfaktor R ( R -Faktor) wird nach der Regressionsgleichung

R = 0,0788 • mittlerer Jahresniederschlag (in mm) -2,82

in Anlehnung an DIN 19708 (2005) nach SAUERBORN (1994) berechnet. Datengrundlage sind die für die Zeitreihe von 1971 bis 2000 aufgearbeiteten Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes im km 2 -Raster. Der R -Faktor schwankt in Rheinland-Pfalz zwischen 37 (Rheinhessen) und 97 (Westerwald).

2

Berechnung der potenziellen Erosionsgefährdung

Das dimensionslose Produkt von K -, R- und S -Faktor als Maß für die potenzielle Erosionsgefährdung wird für jede 20-Meter-Rasterzelle berechnet.



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