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Gericht:VG Mainz 3. Kammer
Entscheidungsdatum:07.07.2021
Aktenzeichen:3 K 578/20.MZ
ECLI:ECLI:DE:VGMAINZ:2021:0707.3K578.20.MZ.00
Dokumenttyp:Urteil
Quelle:juris Logo
Normen:Art 12 Abs 1 GG, Art 3 Abs 1 GG, § 113 Abs 5 S 2 VwGO

Bewertung einer Prüfungsleistung; Bescheidungklage; eigenes Urteil des Prüfers - Inanspruchnahme Dritter

Leitsatz

1. Wegen des den Prüfern zustehenden Bewertungsspielraums kommt in den Fällen der Geltendmachung von Bewertungsfehlern regelmäßig nur eine Neubescheidung in Betracht.(Rn.16)

2. Die ordnungsgemäße Bewertung einer Prüfungsleistung setzt voraus, dass der Prüfer selbst die Leistungen des Prüflings eigenverantwortlich erfasst und bewertet. Hieran fehlt es, wenn der Prüfer die Bewertung der Prüfungsleistung - auch in Teilen - an andere Personen delegiert oder Wertungen Dritter verbindlich hinnimmt.(Rn.23)

Tenor

Die Beklagte wird unter Aufhebung des Bescheids vom 24. April 2020 in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 19. August 2020 verpflichtet, die Klausur der Klägerin vom 21. Februar 2020 im Modul „Physikalische Chemie 3“ durch den Erstprüfer unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu bewerten.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Klägerin und die Beklagte tragen die Kosten des Verfahrens je zur Hälfte.

Das Urteil ist hinsichtlich der Kosten gegen Sicherheitsleistung in einer der Kostenfestsetzung entsprechenden Höhe vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

1

Die Klägerin wendet sich gegen den endgültigen Verlust ihres Prüfungsanspruchs im Studiengang Chemie (Bachelor).

2

Sie nahm am 21. Februar 2020 im 2. Wiederholungsversuch an der Modulabschlussklausur „Physikalische Chemie 3“ teil, in der sie 37 von 80 Punkten und damit die Note 5,0 (nicht ausreichend) erzielte.

3

Mit Bescheid vom 24. April 2020 teilte die Beklagte der Klägerin mit, dass die Klägerin die Modulprüfung „Physikalische Chemie 3“ zum dritten Mal und damit endgültig nicht bestanden und ihren Prüfungsanspruch im Studiengang Chemie (Bachelor) verloren habe.

4

Mit ihrem am 27. Mai 2020 erhobenen Widerspruch trug die Klägerin vor, ihr fehlten nur 3 Punkte bis zur Bestehensgrenze, so dass ihre Leistung nicht als mangelhaft, sondern als ausreichend einzustufen sei. Sie bitte daher um erneute Bewertung ihrer Arbeit. Zudem sei ihre Klausur entgegen den Regelungen der Prüfungsordnung nicht durch einen Zweitprüfer bewertet worden.

5

Der Widerspruch wurde durch Widerspruchsbescheid vom 19. August 2020 zurückgewiesen. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Arbeit der Klägerin sei durch einen zweiten Prüfer bewertet worden. Dieser sei wie der Erstprüfer zu 37 von 80 zu erreichenden Punkten gekommen. Da die Bestehensgrenze bei 40 Punkten gelegen habe, sei die Prüfungsleistung nicht bestanden. Eine individuelle Absenkung der Bestehensgrenze sei nicht zulässig.

6

Am 17. September 2020 hat die Klägerin Klage erhoben. Sie trägt vor, die Bewertung der Klausur leide an Verfahrens- und Bewertungsfehlern. Es habe keine ordnungsgemäße Bestellung der Prüfer stattgefunden. Die Erstbewertung sei nicht durch den Prüfer, sondern teilweise durch Korrekturassistenten erfolgt. Dies stelle einen Verstoß gegen das Prüfungsverfahren dar. Da die ursprünglichen Prüfer als befangen anzusehen seien, scheide eine Neubewertung der Arbeit aus und es sei ihr ein neuer Versuch zu gewähren. Ferner fehle es an einer ausreichenden Begründung der Bewertung. Zudem seien die Prüfungsanforderungen überfrachtet gewesen. Bei der Aufgabe 1c hätten die Prüfer in unzulässiger Weise einen Folgefehler negativ bewertet. Sie habe zwar die falsche Formel angesetzt, aber hiervon ausgehend die Aufgabe richtig gelöst. Bei der Aufgabe 2b seien ihr weite 0,5 Punkte zu geben, da sie diese vollständig bearbeitet habe. Eine Interpretation ihres Ergebnisses sei von der Aufgabenstellung nicht verlangt worden. Schließlich sei auch bei Aufgabe 5a sei die Bewertung anzuheben, denn sie habe ausgeführt, warum Moleküle Licht streuen könnten. Jedenfalls sei ihre Antwort vertretbar.

7

Die Klägerin beantragt,

8

die Beklagte unter Aufhebung ihres Bescheids vom 24. April 2020 in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 19. August 2020 zu verpflichten, ihre Klausur vom 21. Februar 2020 im Modul „Physikalische Chemie 3“ als bestanden zu werten,

9

hilfsweise

10

die Beklagte unter Aufhebung ihres Bescheids vom 24. April 2020 in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 19. August 2020 zu verpflichten, ihr einen weiteren Prüfungsversuch im Modul „Physikalische Chemie 3“ zu gewähren.

11

Die Beklaget beantragt,

12

die Klage abzuweisen.

13

Sie trägt vor, die Prüferbestellung sei ordnungsgemäß erfolgt. Zudem sei der geltend gemachte Verstoß nicht zeitnah gerügt worden. Der Umstand, dass die Erstkorrektur teilweise von Korrekturassistenten durchgeführt worden sei, führe nicht zu einem Bewertungsfehler. Die Prüfungsordnung sehe eine höchstpersönliche Bewertung durch den Prüfer nicht vor. Den Korrekturassistenten seien Lösungsblätter mit den Lösungswegen und der Punkteverteilung zur Verfügung gestellt worden und es seien alle Aufgaben in Bezug auf die Lösungen und die Punkteverteilung besprochen worden. Zudem hielten die Korrekturassistenten im Falle von Einwendungen gegen die Bewertung Rücksprache mit dem Prüfer, der die Letztentscheidungsbefugnis habe. Damit sei sichergestellt, dass keine fremden Werturteile in die Bewertung einflössen. Zudem werde die Note durch den Prüfer festgelegt. Mit den eingeholten Stellungnahmen der Prüfer sei ein etwaiger Begründungsmangel geheilt worden. Bei Aufgabe 1c sei kein Folgefehler negativ gewichtet worden; vielmehr habe die Klägerin sogar 0,5 Punkte erhalten. Bei Aufgabe 2b sei eine Interpretation des Ergebnisses zwingend erforderlich gewesen, da es keine negativen absoluten Temperaturen gebe. Die Ausführungen der Klägerin zur Aufgabe 5a erschöpften sich in allgemeinen Ausführungen, die zum einen in dieser Allgemeinheit nicht zuträfen und zum anderen einen Bezug zur eigentlichen Frage, nämlich nach der Lichtstreuung und der Nennung der korrekten physikalischen Wechselwirkung, vermissen ließen. Deshalb sei es nicht zu beanstanden, dass die Klägerin hierfür keine Punkte erhalten habe.

14

Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf die Gerichtsakte sowie die beigezogenen Verwaltungsvorgänge der Beklagten Bezug genommen, die Gegenstand der mündlichen Verhandlung waren.

Entscheidungsgründe

15

Die zulässige Klage hat in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang Erfolg. Die Klägerin hat einen Anspruch auf Neubewertung ihrer Klausur vom 21. Februar 2020 im Modul „Physikalische Chemie 3“ durch den Erstprüfer unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts (§ 113 Abs. 5 Satz 2 Verwaltungsgerichtsordnung – VwGO –). Hingegen kann sie weder die Bewertung der Klausur als bestanden noch eine Neubewertung durch einen neuen Erstprüfer bzw. eine Neubewertung durch den Zweitprüfer beanspruchen.

16

1) Soweit die Klägerin mit ihrem Hauptantrag ausdrücklich die Verpflichtung der Beklagten begehrt, die Klausur vom 21. Februar 2020 im Modul „Physikalische Chemie 3“ als bestanden zu bewerten, kann ihre Klage insoweit keinen Erfolg haben, und zwar unabhängig davon, ob Verfahrens- oder Bewertungsfehler geltend gemacht werden. Insoweit übersieht sie, dass ein Prüfling in den Fällen, in denen beachtliche Verfahrensfehler geltend gemacht werden, aus Gründen der Chancengleichheit lediglich einen Anspruch auf Wiederholung der Prüfung hat (vgl. OVG NW, Beschluss vom 23. Dezember 2013 – 14 B 1378/13 –, juris Rn. 11; Niehues/Fischer/Jeremias, Prüfungsrecht, 7. Auflage 2018, Rn. 500). Aber auch in den Fällen, in denen der Prüfling die Bewertung der Prüfungsleistung mit dem Ziel einer Neubewertung angreift, hat er regelmäßig keinen Bestehens- oder Verbesserungsanspruch, weil es insoweit noch weiterer Schritte wie z.B. der Durchführung einer Neubewertung der Arbeit – die das Gericht aufgrund des dem Prüfer zustehenden Bewertungsspielraums nicht vornehmen darf – bedarf und aus diesem Grund die Spruchreife fehlt (vgl. HessVGH, Beschluss vom 26. November 2020 – 7 A 2482/17 –, juris Rn. 127; VG München, Urteil vom 9. März 1998 – M 3 K 96.6744 –, juris Rn. 12; Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O. Rn. 829). Der Prüfling kann mithin in diesen Fällen im Wege einer Bescheidungsklage lediglich eine Neubewertung seiner Prüfungsleistung unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts beanspruchen, die als „minus“ in einer auf Bestehen der Prüfungsleistung gerichteten Verpflichtungsklage enthalten ist. Macht der Prüfling mit seiner Klage gleichwohl einen Bestehensanspruch geltend, muss er mit der Abweisung des den Bescheidungsanspruch übersteigenden Teils der Verpflichtungsklage und entsprechender Kostenbeteiligung auch dann rechnen, wenn er im Übrigen Erfolg hat (vgl. Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O. Rn. 929).

17

2) Soweit in dem Hauptantrag als „Minus“ zugleich das Begehren auf Neubewertung der Klausur unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts enthalten ist, ist das Begehren der Klägerin entsprechend § 88 VwGO dahingehend zu verstehen, dass letztlich eine Neubewertung durch beide Prüfer angestrebt wird. Insoweit hat die Klägerin einen Anspruch auf Neubewertung ihrer Klausur vom 21. Februar 2020 im Modul „Physikalische Chemie 3“ durch den Erstprüfer, weil die Bewertung der Arbeit insoweit an einem Bewertungsfehler leidet (a). Hingegen kann sie eine Neuwertung durch den Zweitprüfer nicht beanspruchen (b).

18

a) Hinsichtlich der Bewertung von Prüfungsleistungen ist von der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. schon Urteil vom 13. Mai 1965 – 2 C 146.62 –, BVerwGE 21, 127 = juris Rn. 40 m.w.N.) in der Weiterführung, die sie durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. Beschluss vom 17. April 1991 – 1 BvR 419/81, 213/83 –, BVerfGE 84, 34 ff. und juris) erfahren hat, auszugehen. Danach unterliegt die Bewertung von Prüfungsleistungen nur einer eingeschränkten Kontrolle. Dies ergibt sich daraus, dass es eine absolute Objektivität einer Leistungsbeurteilung im pädagogischen Bereich nicht gibt, weil die Bewertung einer Prüfungsleistung durch den Prüfer in aller Regel mit einem erheblichen Einschlag wertender Elemente getroffen wird. Deshalb handeln die betroffenen Prüfer bei der Bewertung von Prüfungsleistungen in Wahrnehmung einer ihnen grundsätzlich zustehenden Beurteilungsermächtigung. Für die Beurteilung einer Prüfungsarbeit nach fachlich-pädagogischen Kriterien steht dem Prüfer (und nicht den Verwaltungsgerichten) die Befugnis zur (letzt-)verbindlichen Einstufung der Prüfungsleistung zu. Dies bedeutet, dass die gerichtliche Überprüfung von prüfungsspezifischen Wertungen dort ihre Grenze findet, wo der Beurteilungsspielraum des Prüfers beginnt. Die gerichtliche Überprüfung hat sich demnach darauf zu beschränken, ob der Prüfer anzuwendendes Recht verkannt hat, ob er von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen ist, ob er sich von sachfremden Erwägungen hat leiten lassen oder sonst willkürlich gehandelt hat oder ob er allgemein gültige Bewertungsmaßstäbe nicht beachtet hat (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 5. März 2018 – 6 B 71/17 –, NJW 2018, 2142 = juris Rn. 10, und vom 2. Juni 1998 – 6 B 78/97 –, juris Rn. 4.

19

Demgegenüber sind fachliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Prüfer und Prüfling der gerichtlichen Kontrolle nicht generell entzogen. Die Prüfungsentscheidung ist aufzuheben, wenn in Fachfragen eine vertretbare und mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründete Lösung als falsch bewertet worden ist (vgl. BVerfG, Beschluss vom 17. April 1991, a.a.O. = juris Rn. 57; BVerwG, Beschluss vom 9. Dezember 2020 – 6 B 35/20 – juris Rn. 11, Urteil vom 09. Dezember 1992 – 6 C 3.92 –, BVerwGE 91, 262 = juris Rn. 24). Der so umrissene, gegen den Bewertungsspielraum des Prüfers abzugrenzende sog. „Antwortspielraum“ des Prüflings darf indessen nicht überdehnt werden. So gehören die Einschätzungen des Schwierigkeitsgrades der Prüfungsaufgabe, die Beurteilung, ob und in welchem Maße der Prüfling seine Antworten und Begründungen sorgfältig aufbereitet und überzeugend dargelegt hat, die Bewertung der Art der Darstellung, die Bildung des Vergleichsrahmens, die Wertung, welche Leistung noch als „durchschnittlich“ zu betrachten ist und darüber hinaus überhaupt Benotungsfragen zu den prüfungsspezifischen Wertungen, die grundsätzlich allein dem jeweiligen Prüfer zustehen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 13. August 1992 – 4 S 1165/92 –, VBlBW 1993, 143, 144 = juris Rn. 5).

20

Soweit ein Prüfling versucht, einzelnen Prüfern ihrerseits gedankliche Fehler oder Widersprüche zwischen deren ursprünglichen Voten und etwaigen ergänzenden Stellungnahmen nachzuweisen, verkennt er zudem den Prüfungsgegenstand der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle. Das Gericht hat nicht etwa zu prüfen, ob die Würdigung des Prüfers vertretbar und deshalb nicht zu beanstanden ist, sondern ob die vom Prüfling jeweils vertretene Auffassung zutreffend oder jedenfalls fachlich vertretbar war und deshalb nicht als falsch hätte bewertet werden dürfen (vgl. BVerwG, Urteil vom 21. Oktober 1993 – 6 C 12.92 –, Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 320).

21

Das Gericht hat nicht von Amts wegen nach Bewertungsfehlern zu suchen. Es hat die zugrundeliegenden Prüfungsbewertungen vielmehr nur insoweit zu überprüfen, als vom Prüfling dagegen substantiierte Einwendungen vorgebracht werden. Der Prüfling muss also auf vermeintliche Irrtümer und Rechtsfehler wirkungsvoll hinweisen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 17. April 1991, a.a.O. = juris Rn. 44). Dazu genügt es nicht, dass er sich generell gegen eine bestimmte Bewertung seiner Prüfungsleistungen wendet und etwa pauschal eine zu strenge Korrektur bemängelt. Vielmehr muss er konkret darlegen, in welchen Punkten die Korrektur bestimmter Prüfungsleistungen nach seiner Auffassung Bewertungsfehler aufweist, indem er substantiierte Einwände gegen Prüferbemerkungen und -bewertungen erhebt. Macht er geltend, dass etwa eine als falsch bewertete Antwort in Wahrheit vertretbar sei und so auch vertreten werde, so hat er dies unter Hinweis auf entsprechende Fundstellen näher darzulegen (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Februar 1993 – 6 C 35/92 –, BVerwGE 92, 132 = juris Rn. 27).

22

Gemessen an diesen Voraussetzungen begegnet die Bewertung der Klausur „physikalische Chemie 3“ durch den Erstprüfer deshalb rechtlichen Bedenken, weil dieser die Prüfungsleistung der Klägerin nicht vollumfänglich eigenverantwortlich zur Kenntnis genommen hat, sondern Teile der Arbeit Korrekturassistenten zur eigenverantwortlichen Bewertung überlassen hat.

23

Eine ordnungsgemäße Bewertung einer Prüfungsleistung setzt voraus, dass der Prüfer selbst die Leistungen des Prüflings eigenverantwortlich erfasst und bewertet (vgl. BVerwG, Beschluss vom 9. Oktober 2012 – 6 B 39/12 –, NVwZ-RR 2013, 44 = juris Rn. 8). Sieht indes die Prüfungsordnung – wie im vorliegenden Fall – nicht ausdrücklich eine „höchstpersönliche“ Bewertung der Prüfungsleistung durch den Prüfer vor, ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich der Prüfer der Hilfe anderer Personen wie z.B. Korrekturassistenten bedient (vgl. BVerwG, Urteil vom 10. Oktober 2002 – 6 C 7/02 –, NJW 2003, 1063 = juris Rn. 13 m.w.N.; VG Stuttgart, Urteil vom 29. Oktober 2019 – 13 K 11023/17 –, juris Rn. Rn. 23; VG München, Urteil vom 17. März 1997 – M 3 K 96.2343 –, juris Rn. 48), ohne dass es hierfür einer ausdrücklichen normativen Ermächtigung bedarf (vgl. Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O. Rn. 321). Die Korrekturhilfe kann dabei unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sind etwa die Bewertungskriterien durch den Prüfer weitgehend vorgegeben, so dass deren Anwendung ein fremdes Werturteil nicht zulässt mit der Folge, dass die Korrektur durch die Korrekturassistenten im Wesentlichen einen Vollzug der Vorgaben des Prüfers bedeutet, ist das Postulat der eigenverantwortlichen Prüfer trotz der Beteiligung Dritter in aller Regel hinreichend erfüllt (vgl. VG Stuttgart, Urteil vom 29. Oktober 2019, a.a.O. Rn. 23; Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O. Rn. 321). Zu berücksichtigen ist indes, dass die Mitwirkung von Korrekturassistenten sich auf eine Korrekturhilfe zu beschränken hat (vgl. BVerwG, Beschluss vom 31. Juli 1989 – 7 B 104/89 –, NVwZ 1990, 65 = juris Rn. 6; OVG NW; Urteil vom 6. Juli 1998 – 22 A 194/98 –, juris Rn. 12); diese Hilfe enthebt den Prüfer indes nicht der Pflicht, sich unabhängig von anderen in die Korrektur eingebundenen Personen ein eigenes Urteil über den Inhalt der Arbeit zu machen. In keinem Fall darf der Prüfer – auch nicht teilweise – die Bewertung an andere Personen delegieren oder Wertungen Dritter als verbindlich hinnehmen (vgl. OVG NW, Urteil vom 6. Juli 1998, a.a.O. Rn. 14; Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O. Rn. 321 m.w.N.).

24

Gemessen an diesen Voraussetzungen genügt die Bewertung der Klausur „Physikalische Chemie 3“ vom 21. Februar 2020 nicht den Anforderungen an eine eigenständige Bewertung der Prüfungsleistung durch den Erstprüfer. Wie die Beklagte eingeräumt hat, wurde die Bewertung der aus insgesamt 6 Aufgaben bestehenden Klausur dergestalt vorgenommen, dass die Aufgabenpaare 1 und 6 sowie 2 und 5 jeweils Korrekturassistenten zugewiesen wurden, während der Erstprüfer (apl. Prof. Dr. X) das Aufgabenpaar 3 und 4 selbst bewertet hat (vgl. Stellungnahme der stellvertretenden Geschäftsführerin des Fachbereichs 09 vom 24. März 2021). Bei der Bewertung der Aufgabenpaare 1 und 6 bzw. 2 und 5 durch die Korrekturassistenten handelt es sich indes nicht um eine bloße Korrekturhilfe im Sinne der Rechtsprechung; dies ergibt sich aus dem Umstand, dass der Erstprüfer die Bewertungen der den Korrekturassistenten zugewiesenen Teile der Klausur im Rahmen der Klausurbewertung übernommen und keiner eigenen Gegenkontrolle unterzogen hat (vgl. die Stellungnahme der stellvertretenden Geschäftsführerin des Fachbereichs 09 vom 22. Juni 2021). Soweit der Erstprüfer (arithmetisch) im Anschluss an die Korrektur eine Liste der erreichten Punkte erstellt sowie die Note festgesetzt hat (vgl. Stellungnahme der stellvertretenden Geschäftsführerin des Fachbereichs 09 vom 24. März 2021), handelt es sich lediglich um reine Rechenoperationen. Damit stellt sich die Tätigkeit der Korrekturassistenten nicht mehr als bloße Korrekturhilfe dar; vielmehr hat der Erstprüfer Teile der Bewertung der Klausur an die Korrekturassistenten delegiert. Dem kann die Beklagte nicht unter Hinweis auf Stimmen in Rechtsprechung (vgl. VG Stuttgart, Urteil vom 29. Oktober 2019, a.a.O. Rn. 23) und Literatur (vgl. Nieheus/Fischer/Jeremias, a.a.O. Rn. 321) entgegenhalten, die Korrekturassistenten hätten vorab Lösungsblätter mit den entsprechenden Lösungswegen sowie der Punkteverteilung erhalten, und vor der Klausur seien alle Aufgaben, die Lösungen und auch die Punkteverteilung, welche vom Prüfer vorgegeben würden besprochen worden, so dass ein eigenes Werturteil der Korrekturassistenten ausgeschlossen sei. Zwar ist es denkbar, dass etwa bei reinen Rechenaufgaben oder bei multiple-choice-Arbeiten derartige Vorgaben tatsächlich dazu führen können, dass die Tätigkeit eines Korrekturassistenten gleichsam nur ein „Abhaken“ der einzelnen Lösungsschritte ohne eigene Wertung darstellt. Derartiges kann jedoch im vorliegenden Fall aber gerade nicht angenommen werden, weil die den Korrekturassistenten überlassenen Aufgaben (vgl. etwa Aufgaben 5 und 6) gerade auch auf Wortbeiträge ausgerichtet waren, bei denen dem Korrektor etwa im Hinblick auf Fragen der Begründungstiefe oder der Folgerichtigkeit der Begründung ein Bewertungsspielraum zusteht, der im Falle der Delegation der Bewertung gerade nicht dem letztlich verantwortlichen Prüfer zugerechnet werden kann. Ungeachtet dessen zeigt aber auch der Umstand, dass die nachträgliche Anhebung der Bewertung der Aufgabe 1c um 0,5 Punkte aufgrund einer Folgefehlerproblematik (vgl. insoweit S. 5 der Stellungnahme des Erstprüfers vom 9. Dezember 2020), dass auch bei Aufgaben, die im Wesentlichen aus Rechenoperationen bestehen, unterschiedliche Vorstellungen über die Bewertung der Prüfungsleistung bestehen können.

25

Schließlich führt auch der Umstand, dass der Erstprüfer im Rahmen des Überdenkungsverfahrens eine Bewertungsbegründung der Klausur vorgenommen hat, nicht dazu, dass ihm nunmehr die Bewertung der Arbeit vollumfänglich zuzurechnen wäre. Denn da er die Bewertung der Aufgabenpaare 1 und 6 sowie 2 und 5 an Korrekturassistenten ohne Vornahme einer eigenverantwortlichen Gegenkontrolle delegiert hat, kann er deren Bewertungen gar nicht rechtswirksam überdenken, da nur diejenige Person, die die Prüfungsleistung bewertet hat, auf substantiierte Einwendungen des Prüflings hin seine Bewertung überdenken kann.

26

Da in der Delegation von Teilen der Bewertung an Korrekturassistenten ohne Vornahme einer eigenverantwortlichen Gegenkontrolle ein beachtlicher Bewertungsfehler vorliegt, ist eine erneute Bewertung der Klausur vom 21. Februar 2020 im Modul „Physikalische Chemie 3“ durch den Erstprüfer vorzunehmen, bei dem dieser die vollständige Prüfungsleistung der Klägerin eigenverantwortlich erfasst und bewertet.

27

Soweit demgegenüber die Klägerin geltend macht, der Erstprüfer sei deshalb von einer Neubewertung ausgeschlossen, weil er aufgrund seiner Vorbefassung als befangen anzusehen sei, greift dies nicht durch. Insoweit übersieht die Klägerin, dass eine Beteiligung des Prüfers aufgrund des prüfungsrechtlich vorgesehenen Überdenkungsverfahrens notwendig ist und regelmäßig nicht zur Besorgnis der Befangenheit führt, selbst wenn er bei der erneuten Durchsicht und Bewertung der Prüfungsarbeit zu den gleichen - dem Prüfling nicht zusagenden - Ergebnissen gekommen ist wie bei seiner früheren Bewertung. Der Grundsatz der Chancengleichheit gebietet es vielmehr, dass eine etwa gebotene Nachkorrektur und/oder Neubewertung einer Prüfungsleistung in aller Regel von den Prüfern oder dem Prüfungsausschuss vorgenommen wird, die die beanstandete frühere Bewertung vorgenommen haben. Dies gebiet es, an die Annahme einer Befangenheit mit dem daraus folgenden Prüferwechsel, der meistens zugleich einen Wechsel der Bewertungsmaßstäbe bewirkt, nicht nur geringe Anforderungen zu stellen. Aus der Art und Weise des Umgangs eines Prüfers mit den eigenen Fehlern kann jedoch dann eine Befangenheit folgen, wenn der Prüfer sich von vornherein darauf festgelegt hat, seine Benotung nicht zu ändern, oder wenn es ihm offensichtlich an der Fähigkeit mangelt, eigene Fehler mit dem ihnen objektiv zukommenden Gewicht zu erkennen und zu bereinigen. Dafür müssen über das bloße Festhalten am Ergebnis der Bewertung hinaus weitere objektive Umstände hinzukommen, die verdeutlichen, dass der Prüfer auf seine ursprüngliche Bewertung in jedem Fall festgelegt ist (vgl. zu alledem HessVGH, Urteil vom 21. Mai 2012 – 9 A 1156/11 –, juris Rn. 40 m.w.N.). Derartige Gesichtspunkte sind vorliegend nicht ersichtlich und auch die Klägerin selbst hat keinerlei substantiierte Anhaltspunkte dafür vorgetragen, die bei verständiger Würdigung auch nur im Ansatz die Besorgnis der Befangenheit des Erstprüfers rechtfertigen könnten. Ist mithin der Erstprüfer nicht wegen Besorgnis der Befangenheit an einer Neubewertung gehindert, kommt es auf die Einwendungen der Klägerin in Bezug auf einen fehlenden Vergleichsrahmen bei einer Neubewertung (vgl. insoweit S. 3 des Schriftsatzes vom 5. Juli 2021) nicht an.

28

b) Die Klägerin kann hingegen keine Neubewertung der Klausur „Physikalische Chemie 3“ durch den Zweitprüfer beanspruchen, weil insoweit Bewertungsfehler nicht ersichtlich sind.

29

aa) Entgegen der Ansicht der Klägerin leidet die Bewertung der Klausur nicht schon deshalb an einem Bewertungsmangel, weil der Zweitprüfer als befangen anzusehen wäre. Insoweit kann zur Begründung und Vermeidung von Wiederholungen auf die diesbezüglichen Ausführungen zu 1) verwiesen werden.

30

bb) Soweit die Klägerin ferner geltend macht, der Zweitprüfer habe seine Bewertung nicht begründet (vgl. S. 3 f. der Klageschrift vom 2. Dezember 2020), ist ihr zwar zuzugestehen, dass die am 9. April 2020 erfolgte Bewertung der Klausur durch den Zweitprüfer keinerlei Erwägungen erkennen lässt, die diesen zur Bewertung der Arbeit mit 37/80 Punkten und der Note 5,0 „mangelhaft“ veranlasst hat. Indessen übersieht sie, dass der Zweitprüfer diesen Begründungsmangel, der letztlich einen Anspruch auf Neubewertung begründen würde (vgl. VG Augsburg, Urteil vom 21. April 2009 – Au 3 K 08.1709 –, juris Rn. 23 f.; Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O. Rn. 712), dadurch behoben hat, dass er im gerichtlichen Verfahren die Gründe dargelegt hat, die zu seiner Bewertung geführt haben. Dies ist zulässig, denn das Verfassungsrecht verbietet es nicht, die Bewertung einer Prüfungsleistung noch während des gerichtlichen Verfahrens mit entsprechender (neuer) Begründung nachzuholen und auf diese Weise einen früheren Begründungsmangel zu korrigieren (vgl. BVerwG, Beschluss vom 30. März 2000 – 6 B 8/00 –, NVwZ-RR 2000, 503 = juris Rn. 3; Urteil vom 1. Juni 1995 – 2 C 16/94 –, BVerwGE 98, 324 = juris Rn. 26; BayVGH, Beschluss vom 14. Dezember 2010 – 7 ZB 10.2108 –, juris Rn. 14; SaarlOVG, Beschluss vom 22. Januar 2010 – 3 A 20/09 –, juris Rn. 21; Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O. Rn. 712). Dass diese Begründung nicht den Begründungsanforderungen genügt, wie sie das Bundesverwaltungsgericht für die Begründung von Prüfungsleistungen aufgestellt hat (vgl. z.B. Beschluss vom 3. August 20212 – 6 B 36/11 –, NJW 2012, 2054 = juris Rn. 7 m.w.N. aus der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts), hat die Klägerin nicht einmal selbst dargetan.

31

cc) Entgegen der Ansicht der Klägerin lässt auch die Bewertung der Aufgabe 1c mit 0,5 von 2 Punkten einen Bewertungsfehler nicht erkennen. Soweit sie diesbezüglich geltend macht, ihr sei bei der Lösung der Aufgabe ein Folgefehler unterlaufen, was bei der Bewertung nicht ausreichend berücksichtigt worden sei (vgl. S. 6 der Klageschrift, a.a.O.) übersieht sie, dass der Zweitprüfer durchaus erkannt hat, dass sie ausgehend von der falschen Formel richtig gerechnet und deshalb einen halben Punkt hierfür vergeben hat (vgl. S. 1 der Stellungnahme des Zweitprüfers vom 9. Dezember 2020). Dies begegnet keinen Bedenken. Vorbedingung einer verfahrensfehlerfreien Bewertung ist lediglich, dass der Prüfer sämtliche bewertungsrelevanten Leistungen richtig und vollständig zur Kenntnis nimmt. Dies bedingt, dass der Prüfer grundsätzlich auch diejenigen Ausführungen des Prüflings zur Kenntnis nehmen muss, die dieser nach „falscher Weichenstellung“ bei der Lösung der Prüfungsaufgabe gemacht hat. Diese Ausführungen im Rahmen eines solchen Folgefehlers – also eines Fehlers, der zwangsläufig einen anderen Fehler bedingt – können insbesondere einen Anhalt dafür geben, dass der Prüfling immerhin gewisse Kenntnisse in dem geprüften Sachgebiet besitzt und dass seine weitere Gedankenführung folgerichtig ist. Wie der Prüfer letztlich den Folgefehler bewertet und gewichtet, fällt in seinen Bewertungsspielraum (vgl. BVerwG, Beschluss vom 14. November 1986 – 2 CB 37/86 –, Buchholz 232.1 § 20 BLV Nr. 1 = juris Rn. 5; BayVGH, Urteil vom 11. Februar 1998 – 7 B 96.2163 –, juris Rn. 36; VGH BW, Beschluss vom 7. April 1997 – 9 S 1955/96 –, VBlBW 1997, 355 = juris Rn. 7).

32

dd) Entgegen der Ansicht der Klägerin liegt ein Bewertungsfehler des Zweitprüfers auch nicht in dem Umstand begründet, dass dieser hinsichtlich der Lösung von Aufgabe 2b (III.) den Abzug von 0,5 Punkten damit begründet hat, dass es die Klägerin versäumt habe, ihr (korrektes) Ergebnis einer negativen absoluten Temperatur (- 659,28 K) zu diskutieren (vgl. S. 1 der Stellungnahme vom 9. Dezember 2020). Dies ist nicht zu beanstanden. Soweit demgegenüber die Klägerin der Auffassung ist, in Aufgabe 2c sei von ihr keine Interpretation ihres Ergebnisses verlangt worden, übersieht sie, dass die Kritik des Zweitprüfers daran anknüpft, dass ungewöhnliche Ergebnisse wie die hier vorliegende negative Temperatur – die niemals erreicht werden könne – in jedem Fall kurz zu diskutieren sei, da nur so bei der Korrektur sicher gegangen werden könne, dass sich der Prüfling der Bedeutung des vermeintlich falschen Ergebnisses bewusst sei und nicht einen eventuellen Rechenfehler in Kauf nehme oder aber auf Punkte wegen des korrekten Rechenweges hoffe (vgl. Stellungnahme des Zweitprüfers vom 25. März 2021). Dies ist unter Berücksichtigung des dem Prüfer zustehenden Bewertungsspielraums nicht zu beanstanden. Dem kann die Klägerin nicht mit Erfolg entgegenhalten, sie habe davon ausgehen dürfen, dass das Ergebnis von T = -659,28 K seine Sinnlosigkeit selbst erkläre, da auch Nicht-Chemikern bekannt sei, dass es keine negativen absoluten Temperaturen gebe (vgl. S. 2 des Schriftsatzes vom 11. März 2021), denn insoweit nimmt sie lediglich eine unzulässige Eigenbewertung ihrer Prüfungsleistung vor.

33

ee) Schließlich folgt ein Bewertungsfehler des Zweitprüfer auch nicht aus dem Umstand, dass dieser bei der Aufgabe 5a keine Punkte auf eine richtige Teillösung gegeben hat. Soweit die Klägerin hierzu ausgeführt hat, ihre Ausführungen „durch Wechselwirkungen von Molekülen mit Licht können die Moleküle in verschiedene vibronische Zustände angeregt werden, indem sie die Energie (hν) aufnehmen“, stellten eine vertretbare Lösung dar, die nicht als falsch gewertet werden dürfe, übersieht sie, dass keinen Grundsatz des Inhalts gibt, dass vertretbare Lösungen nicht als falsch gewertet werden dürfen. Vielmehr dürfen lediglich vertretbare und mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründete Lösungen nicht als falsch gewertet werden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 17. April 1981 – 1 BvR 419/81 –, BVerfGE 84, 34 = juris Rn. 57). Hiernach ist die Bewertung der Aufgabe 5a mit 0 Punkten nicht zu beanstanden. Der Zweitprüfer hat zur Begründung seiner Bewertung ausgeführt, dass die Ausführungen der Klägerin zu diesem Aufgabenteil physikalisch falsch seien, da sie sich nicht auf die Streuung von Licht, sondern auf die Absorption von Licht bezögen, bei der diskrete Quantenzustände eine Rolle spielten. Hingegen handele es sich bei der Streuung von Licht um ein im Rahmen der klassischen Physik beschreibbares Phänomen: Elektronen würden durch die Lichtquelle zu erzwungenen Schwingungen gegen die Atomkerne angeregt; diese „Schwingungen“ seien gerade keine quantenmechanischen Eigenzustände der Moleküle (vgl. S. 3 der Stellungnahme vom 9. Dezember 2000). Diesen Ausführungen, die vom Bewertungsspielraum des Zweitprüfers gedeckt sind, ist die Klägerin nicht mehr entgegengetreten.

34

Die Kostenentscheidung folgt aus § 155 Abs. 1 VwGO.

35

Der Ausspruch über die vorläufige Vollstreckbarkeit des Urteils hinsichtlich der Kosten beruht auf § 167 VwGO i.V.m. §3 708 ff. Zivilprozessordnung – ZPO –.

B e s c h l u s s

36

des Einzelrichters der 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Mainz
vom 7. Juli 2021

37

Der Streitwert wird auf 7.500 € festgesetzt (§ 52 Abs. 1 GKG i.V.m. Ziffer 36.1 des Streitwertkatalogs für die Verwaltungsgerichtsbarkeit).