Schnellnavigation

Steuerleiste | Navigation | Suche | Inhalt

Suche

Erweiterte Suche Tipps und Tricks zur Suche

Alle Dokumente

Suchmaske und Trefferliste maximieren
 


Trefferliste

Dokument

  in html speichern drucken Ansicht maximierenDokumentansicht maximieren
Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Bildung
Aktenzeichen:9402 A - Tgb.-Nr. 979/15
Erlassdatum:18.12.2018
Fassung vom:18.12.2018
Gültig ab:01.08.2018
Gültig bis:31.12.2023
Quelle:juris Logo
Gliederungs-Nr:223240
Fundstelle:GAmtsbl. 2019, 5
Bilinguales berufsbezogenes Leistungsfach an beruflichen Gymnasien

223240



Bilinguales
berufsbezogenes Leistungsfach
an beruflichen Gymnasien



Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung
vom 18. Dezember 2018 (9402 A – Tgb.-Nr. 979/15)



Fundstelle: GAmtsbl. 2019, S. 5



Bezug:

1.

Abiturprüfungsordnung vom 21. Juli 2010 (GVBl. S. 222, BS 223-1-12) in der jeweils geltenden Fassung





2.

Landesverordnung über das berufliche Gymnasium vom 16. Juni 1997 (GVBl. S. 186, BS 223-1- 42) in der jeweils geltenden Fassung





3.

Verwaltungsvorschrift Durchführung der Landesverordnung über das berufliche Gymnasium vom 22. Dezember 2011 (Amtsbl. 2012 S. 106; GAmtsbl. 2016 S. 139)





4.

Verwaltungsvorschrift Klassen- und Kursbildung an berufsbildenden Schulen vom 18. Juni 2015 (Amtsbl. S. 130)





5.

Verwaltungsvorschrift Stundentafeln für die berufsbildenden Schulen vom 22. Dezember 2004 (GAmtsbl. 2005 S. 65; Amtsbl. 2014 S. 322), zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 16. Oktober 2014 (Amtsbl. S. 322)





1


1.1
Bilingualer Unterricht ist Sachfachunterricht, der überwiegend in einer Fremdsprache unterrichtet wird. Er vertieft und erweitert interkulturelle und fremdsprachliche Kommunikationsfähigkeit und Kompetenz.

 

1.2
Bilinguale Angebote an beruflichen Gymnasien können in den berufsbezogenen Leistungsfächern erfolgen (§ 6 Abs. 3 Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3 der Landesverordnung über das berufliche Gymnasium).


1.3
Das bilinguale Unterrichtsangebot erfolgt anteilig in den Sprachen Deutsch und der gewählten Fremdsprache. Dabei soll das Verhältnis von etwa sieben zu drei zugunsten der Fremdsprache beachtet werden. Die Lehrkraft entscheidet, wann sie welche Sprache für angemessen erachtet.


1.4
Das überwiegend fremdsprachig erteilte Leistungsfach wird um zwei Zusatzstunden ergänzt. Es tritt an die Stelle eines berufsbezogenen Fachs in der Fächerkombinationstafel der Landesverordnung über das berufliche Gymnasium.


2


2.1
Zur Einrichtung eines bilingualen Leistungskurses am beruflichen Gymnasium stellen die berufsbildenden Schulen einen Antrag über die Schulbehörde an das fachlich zuständige Ministerium. Als zulässige bilinguale Leistungskurse gelten alle beruflichen Fächer (vgl. Nr. 1.2).


2.2
Im bilingualen Unterricht sind Lehrkräfte einzusetzen, die für das Lehramt in dem unterrichteten Sachfach sowie in der Fremdsprache befähigt sind (vgl. Nr. 4.1 der Verwaltungsvorschrift Durchführung der Landesverordnung über das berufliche Gymnasium). In Ausnahmen müssen bilingual unterrichtende Fachlehrkräfte neben ihrer Qualifikation im Sachfach zumindest jedoch über eine Zielsprachenkompetenz verfügen, die der einer ausgebildeten Fremdsprachenlehrkraft entspricht.


2.3
Es soll gewährleistet sein, dass eine angemessene Anzahl von Schülerinnen und Schülern die betroffene Fachrichtung belegen, um sowohl einen deutschsprachigen als auch einen bilingualen Leistungskurs einrichten zu können. Die minimale und maximale Kursgröße des bilingualen Leistungskurses richtet sich nach der Verwaltungsvorschrift Klassen- und Kursbildung an berufsbildenden Schulen.


3


3.1
In der Einführungsphase (Jahrgangsstufe 11) werden die Schülerinnen und Schüler auf den bilingualen Leistungskurs in einem zweistündigen Vorbereitungskurs vorbereitet, der als Wahlfach organisiert ist. Ein schulinterner Arbeitsplan, der sich am deutschsprachigen Lehrplan des Sachfachs orientiert, ersetzt ein Curriculum.

 

3.2
Die Teilnahme am bilingualen Wahlfach wird im Zeugnis als Bemerkung ausgewiesen. Darüber hinaus wird eine Teilnahmebescheinigung (Anlage 1) ausgestellt, wenn der Besuch erfolgreich war. Erfolgreich war der Besuch, wenn eine Schülerin oder ein Schüler zu mindestens 75 v. H. der Unterrichtszeit anwesend war und ein Lernfortschritt nachzuweisen ist.


4


4.1
Voraussetzung für die Belegung eines bilingualen Leistungskurses ab der Jahrgangsstufe 12 ist die erfolgreiche Teilnahme am Vorbereitungskurs gemäß Nr. 3.2. Über Ausnahmen entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter.


4.2
Das Curriculum des bilingualen Leistungskurses richtet sich nach den Vorgaben des Lehrplans, der dem deutschsprachigen Leistungskurs zugrunde liegt und wird in einem schulinternen Arbeitsplan festgehalten.


4.3
Die Schülerinnen und Schüler können auf Antrag jeweils zum Ende eines Halbjahres vom bilingualen Leistungskurs in den deutschsprachigen Leistungskurs wechseln. Hierüber entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter. Ein Wechsel in den deutschsprachigen Kurs ist letztmalig zum Ende des 1. Halbjahres der Jahrgangsstufe 13 möglich. Im Halbjahr 13/2 ist ein Wechsel nicht mehr möglich.


4.4
Ein Wechsel aus dem deutschsprachigen in den bilingualen Leistungskurs ist nicht möglich.


4.5
Die Teilnahme am bilingualen Unterricht wird den Schülerinnen und Schülern nach jedem Halbjahr in Form eines Zertifikats bescheinigt und im Zeugnis als Bemerkung aufgenommen (Anlage 2).


4.6
Die Aufgabenstellungen in den Kursarbeiten und für die schriftliche Abiturprüfung sollen mindestens zu 50 v. H. und maximal zu 70 v. H. in der Fremdsprache erfolgen.


4.7
Die Aufgabenstellungen können vom deutschsprachigen Abitur im Sachfach abweichen. Der Erwartungshorizont wird für Aufgabenstellungen, die in deutscher Sprache erfolgen, auf Deutsch erstellt, für fremdsprachliche Aufgabenstellungen in der Fremdsprache. Schülerinnen und Schüler sollen die Aufgaben in der Sprache beantworten, in der diese gestellt wurden.


4.8
Für die bilingualen Aufgabenstellungen gelten sinngemäß die Regelungen des deutschsprachigen Sachfachs in der jeweils geltenden Fassung. Mit der Einreichung der Aufgabenvorschläge zur Auswahl durch das fachlich zuständige Ministerium wird die Sprachaufteilung in deutsche und fremdsprachliche Aufgabenstellungen im Rahmen des Erwartungshorizonts in Anteilen von Hundert verdeutlicht ausgewiesen.


4.9
Die Schülerinnen und Schüler können ein zweisprachiges allgemeines Wörterbuch während der Kursarbeiten und der Abiturprüfung als Hilfsmittel nutzen. Weitere Hilfsmittel können zugelassen werden.


4.10
Die Bewertung der fachlichen Richtigkeit steht im Vordergrund. Die sprachliche Richtigkeit wird nach Maßgabe des § 20 Abs. 6 der Abiturprüfungsordnung in der Bewertung berücksichtigt.


4.11
Erfolgt eine mündliche Zusatzprüfung, so gelten die Regelungen des entsprechenden berufsbezogenen Faches. Die Sprachanteile sind analog der schriftlichen Abiturprüfung zu handhaben. Als Hilfsmittel ist mindestens ein zweisprachiges allgemeines Wörterbuch zugelassen.


5


In einem gesonderten Zertifikat (Anlage 3), das dem Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife beizufügen und auf dasselbe Datum auszustellen ist, wird das Ablegen der Abiturprüfung im bilingualen Sachfach bescheinigt. Darüber hinaus ist der Umfang des im Verlauf des beruflichen Gymnasiums in der Fremdsprache erteilten Unterrichts aufzuführen. Für das von den Schulen jeweils in deutscher und in englischer Sprache auszustellende Zertifikat sind die Formblätter der Anlage 3 zugrunde zu legen.


6


Diese Verwaltungsvorschrift tritt mit Wirkung vom 1. August 2018 in Kraft. Sie gilt erstmals für Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2018/2019 die Jahrgangsstufe 11 eines beruflichen Gymnasiums besuchen und am bilingualen Unterricht teilnehmen.


Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anlage 1: Teilnahmebescheinigung

Anlage 2: Zertifikat über die Teilnahme am bilingualen Unterricht

Anlage 3: Zertifikat über die bilinguale allgemeine Hochschulreife